10 außergewöhnliche Tipps um Plastik zu vermeiden

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Laut Umweltbundesamt betrug das Plastikmüllaufkommen im Jahr 2019 alleine in Deutschland rund 6 Millionen Tonnen. Als Endverbraucher haben wir viele Möglichkeiten, sofort eine Veränderung herbeizuführen.

https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/verwertung-entsorgung-ausgewaehlter-abfallarten/kunststoffabfaelle#kunststoffe-produktion-verwendung-und-verwertung

Seit dem 3. Juli 2021 ist die Produktion von einigen Einwegplastikprodukten verboten. Bei rund 6 Millionen Tonnen Plastikmüll im Jahr (laut Umweltbundesamt Abfallaufkommen im Jahr 2019 alleine in Deutschland) ist das ein sehr guter Schritt, leider aber sprichwörtlich ein Tropfen auf den heißen Stein. Zwar erhöht sich langsam der politische Druck auf die Hersteller, damit diese mehr Plastik einsparen, jedoch hat man als Endverbraucher die größte Möglichkeit eine Veränderung herbeizuführen. Schließlich greift auch hier das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Wenn niemand mehr Plastiktüten konsumiert, gibt es auch keinen Grund welche zu produzieren. Die meisten von uns kennen schon die gängigsten Möglichkeiten wie man im alltäglichen Leben Plastikmüll einsparen kann. Heute möchte ich euch 10 außergewöhnliche Tipps geben, die ihr so vielleicht noch nicht gelesen habt:

In Gläser einfrieren

Wer kennt es nicht. Vom Essen bleibt ein Rest übrig. Für den nächsten Tag zu wenig und zum Wegschmeißen zu schade. Also gefriert man es ein. Wusstet ihr, dass ihr dafür keine Gefrierbeutel braucht? Ein dickwandiges Einmachglas lässt sich dafür super verwenden! Für flüssige Speisen macht ihr das Glas halb, bis maximal dreiviertel voll. Bei festeren Speisen könnte ihr das Glas nahezu voll machen, da sich das Essen hier nicht so sehr ausdehnt.

Eis im Pfandglas

Paketklebeband

Eben etwas auf Ebay verkauft, oder ihr wollt Bekannten ein Paket schicken? Es gibt eine Alternative zum herkömmlichen Klebeband aus Plastik. Für leichte Pakete gibt es das einfache Papierklebeband mit einer Klebefläche aus Naturkautschuk. Für schwerere Pakete verwendet man ein sogenanntes Nass- bzw. Natron-Klebeband.

Kaugummis

Alle Kaugummikauer müssen sich jetzt kurz festhalten. Die meisten Kaugummis werden heutzutage aus Erdöl hergestellt. Die Hersteller sind leider nicht verpflichtet genau anzugeben woraus die Kaumasse besteht. Steht also auf der Verpackung nur ‘Kaumasse’ könnt ihr meist davon ausgehen, dass ihr da gerade auf Polymeren aus Erdöl – sprich Plastik – herumkaut. Es gibt jedoch zum Glück eine Alternative. Ganz nach dem Motto ‘zurück zu den Ursprüngen’ gibt es Hersteller, die Chicle als Kaumasse verwenden. Chicle ist der Milchsaft des Breiapfelbaums und war der ursprüngliche Grundstoff für die Kaumasse bevor er durch die billigere Erdöl-Kaumasse verdrängt wurde.

Plastikfreier Kaugummi mit Chicle

Eisbecher

Dass der To-Go Kaffeebecher ein Klimasünder ist, dürften inzwischen ja die Meisten wissen. Nicht umsonst wurde die Styropor-Version verboten. Leider ist der Pappbruder nicht weniger heikel. Durch die innenliegende Plastikbeschichtung ist der Pappbecher schwer zu recyceln. Die gleichen Becher werden auch beim Eisverkauf verwendet. Sie sind zwar kleiner, aber nicht weniger problematisch. Ihr könnt aber jederzeit in der Eisdiele eures Vertrauens nach einer Waffel fragen. Falls ihr keine Waffelfreunde seid, dann bringt doch mal ein kleines Glas von Zuhause mit und fragt, ob ihr eure Kugel Eis in euer Glas bekommt.

Essen to go

Apropos eigene Behälter mitbringen! Für Fast-Food wurden ebenfalls nur die Verpackungen aus Styropor verboten. Alle anderen Verpackungen sind weiterhin erlaubt und auch diese könnt ihr euch sparen! Wenn ihr euch das nächste Mal Essen bestellt, gebt am Telefon gleich Bescheid, dass ihr zum Abholen eure eigenen Behälter mitbringen möchtet. Wenn ihr euch unsicher seid, wie die rechtliche Lage dazu ist, könnt ihr euch auf folgender Internetseite des Deutschen Lebensmittelverbands informieren:

Hygiene beim Umgang mit Mehrweg-Bechern, -Behältnissen und -Geschirr: 

Hinweise für Servicekräfte – Lebensmittelverband Deutschland

Das ist sozusagen eine Win-win-Situation. Der Gastronom spart sich das Geld für die Verpackung und ihr habt weniger Müll zu Hause.

To-Go Essen im eigenen Behälter

Geschenke verpacken

Das Geschenk für das Geburtstagskind steht bereit und muss nur noch verpackt werden? Also schnell Geschenkpapier und Schleifenband gekauft und eingepackt. Das Geschenk wird dann ganz eifrig ausgepackt und alle freuen sich. Doch was passiert am Ende mit der Verpackung? Das Geschenkband aus Plastik lässt sich super ersetzen durch eins aus Jute. Das sieht noch viel schöner aus. Wer noch einen Schritt weitergehen will: Geschenkpapier wird in der Regel nicht sonderlich ökologisch hergestellt. Als super Alternative bietet sich hier ein Stofftuch an. Das lässt sich super wiederverwenden bzw. wieder-verschenken.

Spültuch

Auch die Küche bleibt nicht aus! Spül- und Allzwecktücher bestehen oft aus Polyester und sind schlecht recycelbar. Hier gibt es inzwischen einige Alternativen. Neben reinen Stofftüchern sind vor allem Schwammtücher aus Baumwolle, Holz-Cellulose oder Luffa hervorzuheben. Die Tücher haben eine lange Lebenszeit, da man sie mit der Kochwäsche mit waschen kann. Zudem sind sie kompostierbar und können so ganz umweltfreundlich entsorgt werden.

Abspülen mit Luffa

Biologisch abbaubare Mülltüten

Ihr kennt sie sicher und habt sie vielleicht sogar zu Hause im Einsatz: Biologisch abbaubare Mülltüten, unter anderem für Bioabfälle. Die Beutel werden auf Basis von Erdöl, nachwachsenden Rohstoffen oder einer Mischung aus beiden hergestellt. Unabhängig von der Zusammensetzung haben sie gemeinsam, dass sie nur in den wenigsten Kompostieranlagen zersetzt werden können, weil sie mehrere Monate bis zu Jahre (je nach Bedingungen) benötigen, um sich zu zersetzen. Der Biomüll in den Kompostanlagen hat aber nur wenige Wochen Zeit, um zu Qualitätskompost zu werden. Diese Beutel haben also nichts im Biomüll oder auf dem Kompost zu suchen. Alternativ zur Tüte könnt ihr euren Biomüll in einer Schale sammeln und unten eventuell noch altes Zeitungspapier einlegen.

Blumenerde

Um Beete, Kübel und Kästen wieder auf Vordermann zu bringen, braucht man ja immer wieder frische Erde, die im Einzelhandel üblicherweise in Plastiksäcken angeboten wird. Möchtet ihr euch den Sack sparen, dann fahrt doch einfach zu einem Recyclinghof, in dem Gartenabfälle zu neuem Kompost gemacht werden. Dort könnt ihr ihn euch die Erde einfach in einen Eimer oder Anhänger füllen lassen. Abgesehen vom Plastik spart ihr euch dabei auch noch Geld.

Für ein heimisches Kreislaufsystem schafft euch den guten alten Gartenkompost oder, wenn ihr keinen großen Garten habt, eine Wurmkiste an.

Kinderspielzeug

Neben Kinderklamotten haben auch viele Spielzeuge rasend schnell ausgedient. Alternativen aus Holz kennen wir ja alle. Die sind wesentlich langlebiger und lassen sich oft besser wieder verkaufen als Spielzeug aus Plastik. Ein ganz anderer Ansatz ist das Leihen von Spielzeug. Man kann sich mit anderen Müttern und Vätern abstimmen und das Spielzeug verleihen bzw. teilen. Zusätzlich gibt es auch noch professionelle Anbieter, die sich darauf spezialisiert haben. Dort könnt ihr Spielzeug leihen und nach einiger Zeit wieder zurückschicken. Das spart Ressourcen und für die Kinder gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken.